Die erste Tugend in der Lehre des Tauhid ist die Wahrhaftigkeit der Zunge.
Und basierend auf der Lehre des Tauhid hat Gott der Erhabene den Menschen vor den übrigen Geschöpfen durch eine Reihe von Gaben bevorzugt, darunter: die Fähigkeit zur Aussprache und Rede sowie die Fähigkeit, durch die Sprache auszudrücken, was er wünscht. Das Sprechen ist die besondere Gabe, mit der der Schöpfer des Universums, erhaben ist Seine Herrlichkeit, die Menschheit beehrte; daher betont die Lehre des Tauhid, dass es die Pflicht des Menschen ist, die Worte zu hüten, die seinem Mund entweichen und von ihm ausgehen, ebenso wie er auf sich selbst und sein Leben achtet und es schützt. Denn Worte können die Realität wahrheitsgetreu und aufrichtig widerspiegeln, sie können die Wirklichkeit jedoch auch fälschen, verzerren und entstellen. Da der Mensch in der Nutzung seiner Zunge frei ist, läuft er Gefahr, sie auf ungebührliche und verlogene Weise einzusetzen, Informationen vor anderen zu verbergen, ihnen unvollständige oder erfundene Informationen zu übermitteln oder seinen Mitmenschen sogar durch seine Worte zu schaden oder sie in die Irre zu führen.
Vor diesem Hintergrund betont die Lehre des Tauhid, dass es die Pflicht des monotheistischen Gläubigen ist, seine Zunge zu hüten und auf die Worte zu achten, die von ihm ausgehen. Gemeint ist damit, nichts als die Wahrheit zu sprechen, stets bei der Aufrichtigkeit zu bleiben, seine Worte sorgfältig abzuwägen und sich vollständig von Lüge und nichtigem Gerede fernzuhalten. Er soll seine Zunge vor übler Nachrede, Verleumdung, Spott, Geschwätz, Obszönität, Beschimpfung und Beleidigung, Streitsucht und Übertreibung bewahren und ebenso davor, sich selbst zu loben, denn wer sich selbst lobt, ist bei Gott dem Erhabenen und den Menschen verwerflich.
Wir sollten wissen, dass die Tugend des Hütens der Zunge eine sehr weite Bedeutung hat. Denn das Sagen der Wahrheit erfordert Offenheit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Integrität und Redlichkeit im Umgang unter den Menschen, zwischen dem Menschen und sich selbst sowie natürlich zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer.

Ein Mensch, der diese Eigenschaften besitzt, ist auch verpflichtet, auf seine Handlungen und Beziehungen zu seinem Umfeld zu achten; er ist jemand, der darauf bedacht ist, alle Versprechen und Verpflichtungen einzuhalten, die Wahrheit zu sagen – selbst wenn sie hart, schmerzhaft oder für den Zuhörer unangenehm ist –, Fehler einzugestehen und sie zu korrigieren. Jeder, der seine Zunge hütet, wird durch seine Taten zu einem Vorbild für seine Mitmenschen. Darüber hinaus betont die Lehre des Tauhid, dass ein Mensch, der lügt, so ist, als lüge er seinen Schöpfer an, und Gott, der Mächtige und Erhabene, ist überall gegenwärtig und weiß alles. Im Edlen Koran heißt es: ﴿Und wahrlich, dein Herr weiß wohl, was ihre Brüste verhehlen und was sie offenlegen﴾ (Sure An-Naml (27), Vers 74). Die Wahrheit zu sagen ist somit ein Weg, auf dem der Mensch seinen Glauben an Gott den Erhabenen ausdrückt, Der die Lüge verabscheut und Seine Schöpfung auf den Weg der Wahrheit und den geraden Pfad leitet. Im Alten Testament der Bibel heißt es: “Lügenmäuler sind dem Herrn ein Gräuel; wer aber die Wahrheit tut, gefällt ihm wohl” (Buch der Sprüche, Kapitel 12, Vers 22).

Entnommen aus dem Erbe des Tauhid