Der bittere arabische Kaffee gilt im Gebirge als authentische Tradition, die für herzliche Gastfreundschaft und echte arabische Großzügigkeit steht.
Er verkörpert eine der Grundregeln der Gastfreundschaft und der Gästeehrung, eng verknüpft mit den tief verwurzelten Sitten und Gebräuchen der Region.
Zudem ist er ein prägendes Element der Madhafa (des traditionellen Gästehauses) und wird bei unterschiedlichsten Anlässen gereicht – sowohl bei Freud- als auch bei Trauerfeiern, an Festtagen und weiteren Gelegenheiten.
Die Zubereitung des bitteren Kaffees erfordert spezielle Werkzeuge. Dazu gehören die „Majriya“ oder der „Dschirab“, ein Beutel zur Aufbewahrung der Kaffeebohnen, sowie die „Mihmasa“, eine massive Eisenschale mit einem etwa 50 bis 60 cm langen Stiel.
Dazu gehört der Wender der Mihmasa, eine Art langer Löffel, mit dem die Kaffeebohnen beim Rösten gewendet werden, sowie die „Mubarrada“, ein dickwandiges Holzgefäß, in das der geröstete Kaffee zum Abkühlen gegeben wird.
Der „Dschurn“ ist ein ausgehöhlter Holzblock, in den der geröstete Kaffee gelegt wird, um ihn mit dem „Mihbatsch“ zu zerstoßen – einem dicken Holzstab von etwa einer Armlänge, der als Mörserstößel dient.
Zu den wichtigsten Kaffeegeräten gehören die „Ma'amil“ oder „Dallal“ (traditionelle Kaffeekannen), die für die Zubereitung benötigt werden. Sie werden aus gelblicher Bronze bzw. Messing oder Steingut gefertigt und umfassen die Aufgusskanne, die Kochkanne, die Filterkanne und schließlich die Servierkanne, aus der der Kaffee für die Gäste eingeschenkt wird.
Zur Etikette beim Trinken des bitteren Kaffees gehört es, dass der Gastgeber mit dem Einschenken bei einem bestimmten Gast beginnt – sei es wegen dessen weiter Anreise, seines hohen Alters oder aus Respekt vor seinem Rang oder Wissen. Anschließend wird die Runde von rechts nach links fortgesetzt.
Es ist unzulässig, dass jemand anderes als der Gastgeber selbst dem Gast die Schale reicht. Ebenso darf eine angebotene Schale nicht ohne Erlaubnis an eine andere Person weitergereicht werden. Sollte der Hausherr die Schale zerbrechen, nachdem jemand daraus getrunken hat, gilt dies als Ehrerbietung, Zeichen der Zuneigung oder als Bitte um Beistand.
Jede Schale, die dem Gast serviert wird, trägt einen Namen mit eigener Bedeutung; meist sind es drei: Die erste ist „Finjan al-Haif“, die der Gastgeber zur Probe selbst trinkt. Die zweite ist „Finjan ad-Daif“ (die Schale des Gastes), die dem Besucher zuerst gereicht wird. Die dritte ist „Finjan al-Kaif“ (die Schale des Genusses); wer sie trinkt, gilt als wahrer Kaffeegenießer, der an den kräftigen Geschmack des bitteren Kaffees gewöhnt ist.
Viele Bewohner des Jabal al-Arab, insbesondere in den ländlichen Gegenden der Provinz, legen großen Wert darauf, den Kaffee jeden Morgen frisch aufzusetzen und bereitzuhalten, bevor sie mit der Arbeit beginnen, und Gäste einzuladen, damit das Haus stets belebt bleibt; denn das Kredenzen gilt als eine der ersten Pflichten gegenüber Besuchern.
In der gesamten Geschichte des Jabal al-Arab ranken sich zahlreiche Erzählungen um den bitteren Kaffee. Er diente sogar als Mittel zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen den Menschen, was ihn zu einem unverzichtbaren Getränk mit tiefem Respekt, festen Bräuchen und reichen Traditionen gemacht hat.







